Aus einem zunächst vertrauten Online-Kontakt kann plötzlich eine Drohung werden: Jemand verlangt Geld, weitere Aufnahmen, Zugangsdaten oder ein bestimmtes Verhalten. Für Betroffene ist das oft mit Angst und Scham verbunden. Verantwortlich ist jedoch die Person, die droht – nicht die Person, deren Vertrauen missbraucht wurde.
Was bedeutet Erpressungsbetrug beim Online-Dating?
Erpressungsbetrug beim Online-Dating bezeichnet eine Masche, bei der jemand eine angebliche romantische oder sexuelle Beziehung nutzt, um Druckmittel zu sammeln. Anschließend droht die Person mit einem empfindlichen Nachteil, etwa der Veröffentlichung intimer Bilder oder privater Informationen, und stellt eine Forderung.
Entscheidend sind Drohung und Zwang. Eine erfundene Notlage oder eine Bitte um Geld ist zwar ein mögliches Anzeichen für Betrug, aber für sich genommen noch keine Erpressung.
Wie läuft die Masche typischerweise ab?
Der Kontakt beginnt häufig wie ein gewöhnlicher Flirt. Die andere Person zeigt viel Interesse, schafft Vertrauen und versucht, möglichst viel über das private Umfeld zu erfahren. Das kann langsam geschehen oder durch auffällig schnelle emotionale Nähe.
Im weiteren Verlauf bittet sie beispielsweise um intime Aufnahmen, einen Videochat oder persönliche Informationen. Möglich sind auch Fragen nach dem Arbeitgeber, Familienmitgliedern, Social-Media-Konten oder anderen Angaben, mit denen sich Druck aufbauen lässt.
Sobald verwertbares Material vorhanden ist, ändert sich der Ton. Die Person droht etwa damit, Bilder, Chatverläufe oder persönliche Daten an Angehörige, den Freundeskreis oder den Arbeitgeber zu senden. Gefordert werden Geld, weitere Aufnahmen, Zugangsdaten oder andere Handlungen. Mitunter behaupten Täterinnen und Täter auch nur, kompromittierendes Material zu besitzen.
Abgrenzung zu ähnlichen Betrugsformen
Mehrere Online-Maschen können ähnlich beginnen. Die Begriffe sollten dennoch nicht gleichgesetzt werden:
- Sextortion: eine Form der Erpressung, bei der echte oder angeblich vorhandene intime Bilder und Videos als Druckmittel dienen.
- Romance Scam: eine vorgetäuschte Liebesbeziehung, die meist dazu dient, Geld oder andere Vorteile zu erhalten. Erst wenn zusätzlich mit einem Nachteil gedroht wird, kommt Erpressung ins Spiel. Mehr dazu erklärt der Beitrag über Romance Scam und seine Warnzeichen.
- Financial Grooming: ein schrittweiser Vertrauensaufbau, der eine Person für spätere finanzielle Forderungen empfänglich machen soll. Eine ausdrückliche Drohung ist dafür nicht erforderlich.
- Catfishing: das Auftreten mit einer falschen Identität. Das kann zur Vorbereitung einer Erpressung dienen, ist aber nicht automatisch mit einer Forderung oder Drohung verbunden.
Woran kannst du Erpressungsbetrug erkennen?
Ein einzelnes ungewöhnliches Verhalten beweist noch keinen Betrug. Mehrere der folgenden Warnzeichen sollten jedoch Anlass sein, den Kontakt kritisch zu prüfen:
- Die Bekanntschaft drängt sehr schnell auf emotionale oder sexuelle Nähe.
- Sie möchte den Chat früh auf einen anderen Dienst verlagern.
- Sie fordert intime Bilder, Videoaufnahmen oder sexuelle Handlungen vor der Kamera.
- Sie fragt gezielt nach Angehörigen, Arbeitgeber, Wohnort oder weiteren Kontakten.
- Ihre Angaben bleiben widersprüchlich oder eine nachvollziehbare Identitätsprüfung wird wiederholt vermieden.
- Nach einem zunächst freundlichen Kontakt folgen plötzlich Drohungen und zeitlicher Druck.
- Eine Zahlung soll über schwer rückholbare Wege erfolgen.
- Nach einer ersten Forderung werden weitere Zahlungen oder Aufnahmen verlangt.
Ein Videoanruf oder eine umgekehrte Bildersuche kann Hinweise liefern, beweist aber keine Identität. Bilder können gestohlen, Videos manipuliert und Auftritte vorbereitet sein. Lade intime Aufnahmen außerdem nicht in unbekannte Such- oder Prüfdienste hoch.
Was solltest du tun, wenn du erpresst wirst?
Versuche zunächst, nicht unter dem vorgegebenen Zeitdruck zu handeln. Wenn möglich, bitte eine vertraute Person um Unterstützung. Danach sind diese Schritte sinnvoll:
- Zahle nicht und sende nichts Weiteres. Eine Zahlung bietet keine Garantie, dass das Material gelöscht wird oder die Forderungen enden.
- Sichere zuerst die Beweise. Bewahre Nachrichten, Benutzernamen, Profiladressen, Zahlungsforderungen und Kontodaten möglichst unverändert auf. Fertige bei Bedarf Screenshots an. Teile oder vervielfältige dabei keine sexualisierten Aufnahmen Minderjähriger.
- Melde anschließend Profil und Inhalte. Nutze die Meldefunktion des jeweiligen Dienstes und fordere bei einer Veröffentlichung die Entfernung der Inhalte.
- Beende danach den Kontakt. Antworte nicht weiter und blockiere das Profil, sobald die nötigen Informationen gesichert sind.
- Schütze deine Konten. Ändere betroffene oder möglicherweise bekannte Passwörter. Verwende für jedes Konto ein eigenes Passwort und aktiviere, wenn verfügbar, die Zwei-Faktor-Authentisierung.
- Erstatte Anzeige. Das ist bei jeder Polizeidienststelle und in geeigneten Fällen über die Onlinewache möglich. Bei akuter Gefahr oder einer konkreten Gewaltandrohung gilt in Deutschland der Notruf 110.
Wenn bereits Geld überwiesen wurde, solltest du zusätzlich umgehend das beteiligte Kreditinstitut oder den Zahlungsdienst kontaktieren. Ob eine Zahlung noch gestoppt oder zurückgeholt werden kann, hängt vom Zahlungsweg und vom Bearbeitungsstand ab.
Was gilt bei intimen Bildern oder Videos?
Du trägst keine Schuld daran, wenn jemand einvernehmlich geteilte oder heimlich aufgezeichnete Inhalte zur Erpressung nutzt. Auch frühere Zustimmung zum Aufnehmen oder Versenden bedeutet nicht, dass eine Veröffentlichung erlaubt oder die Drohung gerechtfertigt wäre.
Sind Inhalte bereits online, sichere zunächst die Fundstelle und melde sie danach beim Betreiber. Volljährige können außerdem prüfen, ob StopNCII.org für ihren Fall geeignet ist. Das Werkzeug erstellt auf dem eigenen Gerät einen digitalen Fingerabdruck der Aufnahme und teilt diesen mit teilnehmenden Diensten. Es entfernt Inhalte jedoch nicht aus dem gesamten Internet.
Bei Aufnahmen, auf denen die betroffene Person zum Zeitpunkt der Aufnahme minderjährig war, gelten besondere Schutz- und Rechtsfragen. Solches Material sollte nicht unnötig kopiert oder weitergeleitet werden. Polizei oder eine spezialisierte Beratungsstelle können das weitere Vorgehen einordnen.
Wie kannst du das Risiko verringern?
- Teile zu Beginn nur wenige Angaben über Wohnort, Arbeitgeber und privates Umfeld.
- Versende keine Ausweisdokumente, Zugangscodes oder Kontodaten an eine Online-Bekanntschaft.
- Prüfe, welche persönlichen Informationen über deine Profile und Kontaktlisten sichtbar sind.
- Lass dich nicht zu einem Videochat, intimen Aufnahmen oder einem Wechsel des Kommunikationskanals drängen.
- Setze ein Nein konsequent durch. Vertrauen verpflichtet dich weder zu Bildern noch zu persönlichen Angaben.
Weitere praktische Überlegungen bietet der Ratgeber dazu, welche persönlichen Informationen du beim Online-Dating preisgeben solltest.
Hilfe und Anlaufstellen in Deutschland
Die Polizeiliche Kriminalprävention informiert über sexuelle Erpressung und das Vorgehen im Ernstfall. Eine Anzeige kann je nach Sachverhalt auch über das Portal der Onlinewachen der Polizeien der Länder eingereicht werden.
Wenn du Unterstützung beim Umgang mit der Tat brauchst, erreichst du das Opfer-Telefon des WEISSEN RINGS unter 116 006. Hinweise zur Beratung stehen auf der Website des WEISSEN RINGS.
Fazit
Erpressungsbetrug beginnt oft mit Vertrauen und wird durch eine Drohung zur Zwangslage. Wenn du betroffen bist, zahle nicht vorschnell und sende keine weiteren Inhalte. Sichere zuerst Beweise, melde und blockiere den Kontakt, schütze deine Konten und hole dir Unterstützung. Die Verantwortung für die Erpressung liegt bei der Person, die dein Vertrauen missbraucht.
Quellen
- Polizeiliche Kriminalprävention: Sextortion – sexuelle Erpressung im Internet
- Polizeiliche Kriminalprävention: Hinweise für Betroffene von Cybercrime
- Polizeien der Länder: Onlinewachen in Deutschland
- Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik: Basistipps zur IT-Sicherheit
Olav Brunssen – Dating-Experte
Olav Brunssen beschäftigt sich seit mehr als zwei Jahrzehnten beruflich
mit Partnersuche, Online-Dating und persönlichen Begegnungen. Der
Unternehmer und Publisher aus Oldenburg ist Gründer und geistiger Vater
von Fischkopf.com. Mit weiteren Dating-Projekten, mehr als 300
Single-Veranstaltungen und eigenen Konzepten für das Kennenlernen
verbindet er Erfahrung aus dem Betrieb von Singlebörsen mit der
Organisation persönlicher Begegnungen.
Als Herausgeber und Autor von Partnervermittlungsingleboerse.de schreibt
er über Dating-Plattformen, regionale Partnersuche und die Fragen, die
Singles zwischen der ersten Nachricht und einem persönlichen Treffen
beschäftigen. Sein fachlicher Hintergrund liegt in der Entwicklung und
im Betrieb von Dating-Angeboten sowie in der praktischen Arbeit mit
Single-Veranstaltungen.
Fischkopf.com: eigene Idee und Gründung
In den frühen 2000er-Jahren gründete Olav Brunssen die norddeutsche
Singlebörse Fischkopf.com. Die Idee, die konzeptionelle Ausrichtung und
die Gründungsinitiative gingen von ihm aus.
Olav Brunssen beschäftigte sich damit bereits mit regionalem
Online-Dating, als die Partnersuche im Internet noch deutlich anders
funktionierte als im heutigen Alltag mit Smartphone-Apps. Im Mittelpunkt
stand die Möglichkeit, Menschen aus derselben Region miteinander in
Kontakt zu bringen und aus einer digitalen Bekanntschaft ein
persönliches Kennenlernen entstehen zu lassen.
Bis 2008 war Olav Brunssen für das Projekt tätig. Seine Arbeit an
Fischkopf bildet einen wesentlichen Ausgangspunkt seiner späteren
Tätigkeit im Dating-Markt.
Mehr als 300 Single-Veranstaltungen und eigene Kennenlernkonzepte
Die Verbindung von Online-Kontakten und persönlichen Begegnungen gehörte
von Anfang an zu seinem Verständnis von Partnersuche. Neben der
Entwicklung von Fischkopf.com konzipierte Olav Brunssen die
Veranstaltungsreihe „Fischkopf sucht Greta“.
Insgesamt organisierte und realisierte er mehr als 300 Single-Events in
Norddeutschland. Dazu gehörten Veranstaltungen für Fischkopf sowie
Singlepartys in Diskotheken. Außerdem entwickelte er
Express-Dating-Formate und Single-Konzepte für Diskotheken.
Dabei ging es um eine praktische Aufgabe: Menschen einen Anlass zu geben,
miteinander ins Gespräch zu kommen. Eine Veranstaltung muss dafür mehr
bieten als Musik und einen gemeinsamen Raum. Entscheidend sind auch der
Ablauf, die Atmosphäre und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme, die zu den
Gästen passen.
Diese Erfahrung ergänzt seinen Blick auf digitale Partnersuche. Er kennt
sowohl die Möglichkeiten einer Online-Plattform als auch die
organisatorischen Bedingungen, unter denen persönliche Begegnungen
stattfinden.
Weitere Dating-Projekte und regionale Partnersuche
Zu den weiteren Dating-Projekten von Olav Brunssen gehören Verliebt im
Norden, Prinz sucht Prinzessin und Prinz sucht Funkenmariechen.
Ein wiederkehrender Schwerpunkt seiner Arbeit ist die regionale
Partnersuche. Denn ein interessanter Austausch im Internet ist nur ein
Teil des Kennenlernens. Auch Entfernung, verfügbare Zeit und die
Möglichkeit, sich im Alltag zu treffen, spielen eine Rolle.
Seine Tätigkeit als Betreiber eröffnet ihm zugleich eine Perspektive auf
Fragen hinter der sichtbaren Oberfläche einer Singlebörse: Welche
Zielgruppe spricht ein Angebot an? Wie finden Mitglieder zueinander?
Welche Möglichkeiten zur Kommunikation gibt es? Und wie lässt sich eine
Community so gestalten, dass aus einer Anmeldung tatsächlicher Austausch
werden kann?
Seine Themen auf Partnervermittlungsingleboerse.de
Auf Partnervermittlungsingleboerse.de bringt Olav Brunssen seine
Branchenerfahrung in Anbieterporträts, Hintergrundbeiträge und Ratgeber
ein. Zu seinen Schwerpunkten gehören:
- Singlebörsen und Dating-Apps:
Zielgruppen, Funktionen, Kostenmodelle und Unterschiede zwischen den
Angeboten. - Regionale Partnersuche:
Chancen und Grenzen von Dating-Plattformen mit örtlichem oder
regionalem Schwerpunkt. - Profilgestaltung und Kontaktaufnahme:
eine verständliche Selbstdarstellung, persönliche Nachrichten und
realistische Erwartungen. - Vom Chat zum Treffen:
Kommunikation, gegenseitiges Interesse und die Vorbereitung
persönlicher Begegnungen. - Single-Veranstaltungen:
unterschiedliche Veranstaltungsformate und Möglichkeiten, Menschen
außerhalb von Apps kennenzulernen. - Entwicklungen im Dating-Markt:
Geschäftsmodelle, Veränderungen der Angebote und deren Bedeutung für
Nutzerinnen und Nutzer.
Dabei betrachtet er Dating sowohl aus Sicht der Menschen, die einen
Kontakt suchen, als auch aus der Perspektive eines Plattformbetreibers
und Veranstalters.
Wofür seine Expertise steht
Olav Brunssens Expertise beruht auf langjähriger unternehmerischer und
praktischer Arbeit im Dating-Bereich. Dazu zählen die Gründung einer
Singlebörse, die Entwicklung weiterer Dating-Angebote und die Konzeption
und Durchführung zahlreicher Single-Veranstaltungen.
Für seine Beiträge ist diese Erfahrung ein Ausgangspunkt, der durch die
Recherche zum jeweiligen Thema ergänzt wird. Persönliche Einschätzungen,
öffentlich zugängliche Anbieterinformationen und dokumentierte
Erkenntnisse haben dabei unterschiedliche Aussagekraft.
Sein Anspruch ist, diese Unterschiede nachvollziehbar zu machen und
Leserinnen und Lesern eine verständliche Orientierung zu geben. Eine
Plattform kann Kontaktmöglichkeiten schaffen. Ob zwei Menschen
zueinanderpassen und eine Beziehung entsteht, lässt sich daraus nicht
vorhersagen.
Transparenz zu eigenen Projekten
Olav Brunssen ist Herausgeber von Partnervermittlungsingleboerse.de und
selbst im Dating-Markt tätig. Zu seinen Projekten gehören Verliebt im
Norden, Prinz sucht Prinzessin und Prinz sucht Funkenmariechen.
Fischkopf.com hat er gegründet; seine Tätigkeit für das Projekt endete
2008.
Diese Verbindungen gehören zu seinem fachlichen Hintergrund und sind
zugleich bei der Einordnung von Beiträgen über die betreffenden Angebote
relevant.

