Friends with Benefits bezeichnet eine freundschaftliche Verbindung mit sexueller Intimität, ohne dass automatisch eine romantische Partnerschaft vereinbart ist. Auf Deutsch sind vor allem die Begriffe Freundschaft Plus und Freunde mit Vorteilen gebräuchlich. Häufig wird die englische Bezeichnung mit FWB abgekürzt.
Wie eine solche Verbindung konkret aussieht, entscheiden die beteiligten Erwachsenen selbst. Sie kann regelmäßig oder gelegentlich, exklusiv oder nicht exklusiv sein. Entscheidend ist nicht eine feste Definition jedes Details, sondern dass Erwartungen, Grenzen und Veränderungen offen besprochen werden.
Was bedeutet Friends with Benefits genau?
Bei Friends with Benefits besteht bereits eine freundschaftliche Beziehung oder zumindest eine Verbindung, die ausdrücklich als Freundschaft verstanden wird. Hinzu kommen einvernehmliche sexuelle Begegnungen. Eine feste romantische Beziehung mit entsprechenden Erwartungen ist zunächst nicht Teil der Vereinbarung.
Das bedeutet jedoch nicht, dass eine Freundschaft Plus gefühllos oder grundsätzlich unverbindlich ist. Freundschaft bringt meist Vertrauen, Rücksichtnahme und emotionale Nähe mit sich. Gleichzeitig können Gefühle entstehen oder sich verändern. Sie lassen sich nicht durch eine Regel ausschalten.
Der englische Ausdruck lässt sich sinngemäß mit „Freunde mit zusätzlichen Vorzügen“ übersetzen. Er beschreibt keine geschützte oder einheitlich geregelte Beziehungsform. Zwei Menschen können unter Freundschaft Plus deshalb unterschiedliche Dinge verstehen.
Abgrenzung zu ähnlichen Beziehungsformen
Friends with Benefits überschneidet sich mit anderen Formen sexueller und romantischer Kontakte, ist aber nicht mit ihnen gleichzusetzen:
- Casual Dating: Dieser Begriff ist weiter gefasst und kann lockere Dates, sexuelle Begegnungen oder das unverbindliche Kennenlernen mehrerer Personen umfassen. Eine vorherige Freundschaft ist nicht erforderlich. Mehr dazu steht im Beitrag über Casual Dating.
- One-Night-Stand: Hier steht gewöhnlich eine einzelne sexuelle Begegnung im Mittelpunkt. Bei Freundschaft Plus besteht dagegen meist ein fortlaufender freundschaftlicher Kontakt.
- Affäre: Der Begriff wird unterschiedlich verwendet, bezeichnet häufig aber eine sexuelle oder romantische Verbindung außerhalb einer bestehenden Partnerschaft. Friends with Benefits sagt für sich genommen nichts darüber aus, ob die Beteiligten weitere Beziehungen führen.
- Romantische Partnerschaft: Eine Freundschaft Plus enthält nicht automatisch romantisches Commitment oder gemeinsame Lebensplanung. Daraus folgt aber nicht, dass romantische Beziehungen grundsätzlich enger oder wertvoller sind.
Welche Formen kann eine Freundschaft Plus annehmen?
Eine allgemeingültige Einteilung gibt es nicht. Manche Beteiligte treffen sich gelegentlich, andere verbringen auch außerhalb sexueller Begegnungen viel Zeit miteinander. Einige vereinbaren sexuelle Exklusivität, andere erlauben weitere Kontakte.
Keine dieser Varianten gilt automatisch. Wer Exklusivität erwartet, sollte dies ausdrücklich ansprechen. Hilfreiche Hinweise zur Bedeutung und Reichweite solcher Absprachen bietet der Artikel über Exklusivität in Beziehungen.
Welche Absprachen können hilfreich sein?
Starre Regeln passen nicht zu jeder Freundschaft Plus. Ein offenes Gespräch kann jedoch verhindern, dass beide Seiten von unterschiedlichen Voraussetzungen ausgehen. Folgende Fragen bieten einen sinnvollen Einstieg:
- Erwartungen: Was bedeutet Freundschaft Plus für jede beteiligte Person? Was gehört ausdrücklich nicht dazu?
- Weitere Kontakte: Sind sexuelle oder romantische Begegnungen mit anderen Menschen möglich? Welche Informationen sind für die gemeinsam vereinbarte sexuelle Gesundheit relevant?
- Verhütung und Safer Sex: Welche Schutzmaßnahmen werden verwendet? Sind Tests auf HIV oder andere sexuell übertragbare Infektionen sinnvoll?
- Alltag und Nähe: Gehören Übernachtungen, gemeinsame Unternehmungen oder Kontakt im Freundeskreis dazu?
- Privatsphäre: Wer darf von der Verbindung erfahren? Welche persönlichen Informationen, Nachrichten oder Bilder bleiben vertraulich?
- Veränderte Gefühle: Wie soll damit umgegangen werden, wenn eine Person mehr Nähe, Abstand oder eine romantische Beziehung möchte?
- Ende der Vereinbarung: Wie kann eine Person die sexuelle Ebene beenden, ohne sich rechtfertigen oder unter Druck setzen lassen zu müssen?
Solche Absprachen sind keine einmalige Vertragsverhandlung. Bedürfnisse können sich ändern. Deshalb ist es sinnvoll, gelegentlich nachzufragen, ob die Vereinbarung für beide Seiten noch passt.
Einverständnis und persönliche Grenzen
Auch innerhalb einer länger bestehenden Freundschaft Plus ist Einverständnis für jede sexuelle Handlung erforderlich. Es muss freiwillig und konkret sein und kann jederzeit zurückgenommen werden. Eine frühere Zustimmung oder eine grundsätzliche FWB-Vereinbarung ersetzt kein aktuelles Einverständnis.
Ein Nein, Zögern oder Rückzug sollte ohne Diskussion respektiert werden. Ebenso darf jede Person einzelne Praktiken ablehnen oder die sexuelle Verbindung vollständig beenden. Freundschaft ist kein Anspruch auf körperliche Nähe.
Safer Sex gehört in das Gespräch
Verhütung und der Schutz vor sexuell übertragbaren Infektionen sind getrennte Themen. Welche Maßnahmen passen, hängt unter anderem von den jeweiligen Sexualpraktiken und weiteren Kontakten ab. Kondome und andere Barrieremethoden können das Übertragungsrisiko bei bestimmten Praktiken verringern; ärztliche oder qualifizierte Beratungsstellen können außerdem zu geeigneten Tests und Schutzmöglichkeiten beraten.
Niemand muss sämtliche intimen Einzelheiten über andere Kontakte offenlegen. Gesundheitsbezogene Informationen, die eine informierte Entscheidung über Schutzmaßnahmen ermöglichen, sollten jedoch ehrlich besprochen werden. Getroffene Vereinbarungen über weitere Kontakte müssen ebenfalls respektiert werden.
Was passiert, wenn Gefühle entstehen?
Gefühle sind kein Fehler und kein Beweis dafür, dass eine Person die Vereinbarung nicht verstanden hat. Nähe und Wünsche können sich verändern. Problematisch wird es vor allem, wenn Gefühle verschwiegen werden, während insgeheim auf eine romantische Entwicklung gehofft wird.
Hilfreich ist eine direkte, druckfreie Formulierung, zum Beispiel: „Für mich hat sich etwas verändert. Ich wünsche mir inzwischen mehr Nähe und möchte wissen, wie du unsere Verbindung siehst.“ Die andere Person darf diesen Wunsch teilen, ablehnen oder Zeit zum Nachdenken benötigen.
Wenn die Bedürfnisse nicht mehr zusammenpassen, kann eine Neuverhandlung sinnvoll sein. Manchmal bedeutet ein respektvoller Umgang aber auch, die sexuelle Ebene zu beenden. Ob die Freundschaft danach fortbestehen kann, lässt sich nicht erzwingen.
Wann kann Friends with Benefits weniger passend sein?
Eine Freundschaft Plus kann schwierig werden, wenn eine Person von Beginn an auf eine feste Beziehung hofft und diese Erwartung nicht offen ausspricht. Das gilt ebenso, wenn Grenzen wiederholt missachtet werden, Eifersucht nicht besprechbar ist oder Absprachen zu Safer Sex und weiteren Kontakten nicht eingehalten werden.
Auch Unsicherheit ist ein berechtigter Grund, nicht zuzustimmen oder zunächst Abstand zu nehmen. Eine Freundschaft Plus ist weder moderner noch unkomplizierter als andere Beziehungsformen. Sie passt nur, wenn alle Beteiligten sie freiwillig möchten und ihre Erwartungen miteinander vereinbar sind.
Fazit
Friends with Benefits verbindet Freundschaft und sexuelle Intimität, ohne automatisch eine romantische Partnerschaft zu sein. Damit die Verbindung für alle Beteiligten stimmig bleibt, braucht es freiwilliges Einverständnis, klare Absprachen und einen offenen Umgang mit Veränderungen. Wenn Wünsche auseinandergehen, ist eine ehrliche Neuverhandlung oder ein respektvolles Ende meist hilfreicher als das Festhalten an der ursprünglichen Vereinbarung.
Quellen
- LIEBESLEBEN: Häufige Fragen zu Schutz und Safer Sex, Bundesinstitut für Öffentliche Gesundheit.
Olav Brunssen – Dating-Experte
Olav Brunssen beschäftigt sich seit mehr als zwei Jahrzehnten beruflich
mit Partnersuche, Online-Dating und persönlichen Begegnungen. Der
Unternehmer und Publisher aus Oldenburg ist Gründer und geistiger Vater
von Fischkopf.com. Mit weiteren Dating-Projekten, mehr als 300
Single-Veranstaltungen und eigenen Konzepten für das Kennenlernen
verbindet er Erfahrung aus dem Betrieb von Singlebörsen mit der
Organisation persönlicher Begegnungen.
Als Herausgeber und Autor von Partnervermittlungsingleboerse.de schreibt
er über Dating-Plattformen, regionale Partnersuche und die Fragen, die
Singles zwischen der ersten Nachricht und einem persönlichen Treffen
beschäftigen. Sein fachlicher Hintergrund liegt in der Entwicklung und
im Betrieb von Dating-Angeboten sowie in der praktischen Arbeit mit
Single-Veranstaltungen.
Fischkopf.com: eigene Idee und Gründung
In den frühen 2000er-Jahren gründete Olav Brunssen die norddeutsche
Singlebörse Fischkopf.com. Die Idee, die konzeptionelle Ausrichtung und
die Gründungsinitiative gingen von ihm aus.
Olav Brunssen beschäftigte sich damit bereits mit regionalem
Online-Dating, als die Partnersuche im Internet noch deutlich anders
funktionierte als im heutigen Alltag mit Smartphone-Apps. Im Mittelpunkt
stand die Möglichkeit, Menschen aus derselben Region miteinander in
Kontakt zu bringen und aus einer digitalen Bekanntschaft ein
persönliches Kennenlernen entstehen zu lassen.
Bis 2008 war Olav Brunssen für das Projekt tätig. Seine Arbeit an
Fischkopf bildet einen wesentlichen Ausgangspunkt seiner späteren
Tätigkeit im Dating-Markt.
Mehr als 300 Single-Veranstaltungen und eigene Kennenlernkonzepte
Die Verbindung von Online-Kontakten und persönlichen Begegnungen gehörte
von Anfang an zu seinem Verständnis von Partnersuche. Neben der
Entwicklung von Fischkopf.com konzipierte Olav Brunssen die
Veranstaltungsreihe „Fischkopf sucht Greta“.
Insgesamt organisierte und realisierte er mehr als 300 Single-Events in
Norddeutschland. Dazu gehörten Veranstaltungen für Fischkopf sowie
Singlepartys in Diskotheken. Außerdem entwickelte er
Express-Dating-Formate und Single-Konzepte für Diskotheken.
Dabei ging es um eine praktische Aufgabe: Menschen einen Anlass zu geben,
miteinander ins Gespräch zu kommen. Eine Veranstaltung muss dafür mehr
bieten als Musik und einen gemeinsamen Raum. Entscheidend sind auch der
Ablauf, die Atmosphäre und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme, die zu den
Gästen passen.
Diese Erfahrung ergänzt seinen Blick auf digitale Partnersuche. Er kennt
sowohl die Möglichkeiten einer Online-Plattform als auch die
organisatorischen Bedingungen, unter denen persönliche Begegnungen
stattfinden.
Weitere Dating-Projekte und regionale Partnersuche
Zu den weiteren Dating-Projekten von Olav Brunssen gehören Verliebt im
Norden, Prinz sucht Prinzessin und Prinz sucht Funkenmariechen.
Ein wiederkehrender Schwerpunkt seiner Arbeit ist die regionale
Partnersuche. Denn ein interessanter Austausch im Internet ist nur ein
Teil des Kennenlernens. Auch Entfernung, verfügbare Zeit und die
Möglichkeit, sich im Alltag zu treffen, spielen eine Rolle.
Seine Tätigkeit als Betreiber eröffnet ihm zugleich eine Perspektive auf
Fragen hinter der sichtbaren Oberfläche einer Singlebörse: Welche
Zielgruppe spricht ein Angebot an? Wie finden Mitglieder zueinander?
Welche Möglichkeiten zur Kommunikation gibt es? Und wie lässt sich eine
Community so gestalten, dass aus einer Anmeldung tatsächlicher Austausch
werden kann?
Seine Themen auf Partnervermittlungsingleboerse.de
Auf Partnervermittlungsingleboerse.de bringt Olav Brunssen seine
Branchenerfahrung in Anbieterporträts, Hintergrundbeiträge und Ratgeber
ein. Zu seinen Schwerpunkten gehören:
- Singlebörsen und Dating-Apps:
Zielgruppen, Funktionen, Kostenmodelle und Unterschiede zwischen den
Angeboten. - Regionale Partnersuche:
Chancen und Grenzen von Dating-Plattformen mit örtlichem oder
regionalem Schwerpunkt. - Profilgestaltung und Kontaktaufnahme:
eine verständliche Selbstdarstellung, persönliche Nachrichten und
realistische Erwartungen. - Vom Chat zum Treffen:
Kommunikation, gegenseitiges Interesse und die Vorbereitung
persönlicher Begegnungen. - Single-Veranstaltungen:
unterschiedliche Veranstaltungsformate und Möglichkeiten, Menschen
außerhalb von Apps kennenzulernen. - Entwicklungen im Dating-Markt:
Geschäftsmodelle, Veränderungen der Angebote und deren Bedeutung für
Nutzerinnen und Nutzer.
Dabei betrachtet er Dating sowohl aus Sicht der Menschen, die einen
Kontakt suchen, als auch aus der Perspektive eines Plattformbetreibers
und Veranstalters.
Wofür seine Expertise steht
Olav Brunssens Expertise beruht auf langjähriger unternehmerischer und
praktischer Arbeit im Dating-Bereich. Dazu zählen die Gründung einer
Singlebörse, die Entwicklung weiterer Dating-Angebote und die Konzeption
und Durchführung zahlreicher Single-Veranstaltungen.
Für seine Beiträge ist diese Erfahrung ein Ausgangspunkt, der durch die
Recherche zum jeweiligen Thema ergänzt wird. Persönliche Einschätzungen,
öffentlich zugängliche Anbieterinformationen und dokumentierte
Erkenntnisse haben dabei unterschiedliche Aussagekraft.
Sein Anspruch ist, diese Unterschiede nachvollziehbar zu machen und
Leserinnen und Lesern eine verständliche Orientierung zu geben. Eine
Plattform kann Kontaktmöglichkeiten schaffen. Ob zwei Menschen
zueinanderpassen und eine Beziehung entsteht, lässt sich daraus nicht
vorhersagen.
Transparenz zu eigenen Projekten
Olav Brunssen ist Herausgeber von Partnervermittlungsingleboerse.de und
selbst im Dating-Markt tätig. Zu seinen Projekten gehören Verliebt im
Norden, Prinz sucht Prinzessin und Prinz sucht Funkenmariechen.
Fischkopf.com hat er gegründet; seine Tätigkeit für das Projekt endete
2008.
Diese Verbindungen gehören zu seinem fachlichen Hintergrund und sind
zugleich bei der Einordnung von Beiträgen über die betreffenden Angebote
relevant.


