Der Ausdruck „Dating-Funnel“ überträgt das Bild eines Marketing-Trichters auf das Kennenlernen. Gemeint sind mögliche Stationen vom Entdecken eines Profils über den ersten Kontakt bis zu einer gemeinsamen Entscheidung über das weitere Kennenlernen. Es handelt sich jedoch nicht um einen einheitlich definierten Fachbegriff oder um ein wissenschaftlich belegtes Erfolgsmodell.
Die Metapher soll sichtbar machen, dass aus vielen flüchtigen Begegnungen meist nur wenige vertiefte Kontakte entstehen. Sie darf aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass Menschen keine Produkte oder Verkaufschancen sind. Dating beruht auf gegenseitigem Interesse, freiwilligen Entscheidungen und persönlichen Grenzen.
Welche Phasen kann ein Dating-Funnel umfassen?
Die Zahl und Benennung der Phasen unterscheiden sich je nach Darstellung. Ein alltagstaugliches Modell kann aus vier Stationen bestehen: entdecken, Kontakt aufnehmen, sich näher kennenlernen und gemeinsam entscheiden. Diese Reihenfolge ist lediglich eine Orientierung und kein festgelegter Ablauf.
| Phase | Was kann passieren? | Worauf kommt es an? |
|---|---|---|
| Entdecken | Menschen begegnen sich online oder offline und nehmen einander wahr. | Eigene Wünsche kennen und Profile nicht vorschnell auf einzelne Merkmale reduzieren. |
| Erster Kontakt | Eine Person schreibt eine Nachricht oder beginnt ein Gespräch. | Respektvoll kommunizieren und aus einer ausbleibenden Antwort keinen Anspruch ableiten. |
| Vertieftes Kennenlernen | Gespräche werden persönlicher oder es kommt zu einem Treffen. | Auf Gegenseitigkeit, Wohlbefinden, Grenzen und mögliche Unvereinbarkeiten achten. |
| Gemeinsame Entscheidung | Beide klären, ob und in welcher Form sie den Kontakt fortsetzen möchten. | Absichten offen besprechen und auch unterschiedliche Entscheidungen akzeptieren. |
Entdecken und auswählen
Beim Online-Dating beginnt das Modell häufig mit Profilvorschlägen oder Suchergebnissen. Auswahlkriterien können dabei helfen, Menschen mit ähnlichen Interessen oder Beziehungswünschen zu finden. Welche Vorschläge erscheinen, hängt außerdem vom jeweiligen Matching-Prozess der Dating-Plattform ab.
Ein Funnel-Bild vermittelt schnell den Eindruck, möglichst viele Kontakte sammeln zu müssen. Das ist nicht erforderlich. Wer lieber wenige Gespräche gleichzeitig führt oder das Kennenlernen zwischendurch pausiert, weicht nicht von einer verbindlichen Dating-Regel ab.
Kontakt aufnehmen und Interesse prüfen
Nach einer ersten Nachricht zeigt sich, ob ein Gespräch entsteht. Dabei können Sympathie, ähnliche Vorstellungen und die Art der Kommunikation eine Rolle spielen. Eine Antwort, ein Match oder ein freundlicher Austausch verpflichtet jedoch niemanden zu einem Treffen.
Beispiel: Zwei Personen entdecken ihre gemeinsame Begeisterung für Konzerte und schreiben einige Tage miteinander. Eine Person möchte anschließend telefonieren, die andere lieber weiter chatten. Statt den Kontakt als gescheitert zu bewerten, können beide besprechen, welches Tempo sich für sie gut anfühlt.
Sich näher kennenlernen
Bei längeren Gesprächen oder persönlichen Treffen werden Erwartungen meist konkreter. Nun kann sich zeigen, ob die Lebensentwürfe, Dating-Zwecke und Grenzen miteinander vereinbar sind. Ebenso kann deutlich werden, dass eine Person den Kontakt nicht fortsetzen möchte.
Persönliche Informationen sollten schrittweise und bewusst geteilt werden. Hilfreich ist deshalb die Frage, welche persönlichen Angaben beim Online-Dating sinnvoll sind. Für ein erstes Treffen bietet sich ein öffentlicher Ort an; außerdem kann eine vertraute Person über Zeit und Ort informiert werden.
Gemeinsam über das weitere Kennenlernen entscheiden
Die letzte Phase wird manchmal als „Konversion“ bezeichnet. Dieser Begriff stammt aus dem Marketing und ist für zwischenmenschliche Beziehungen nur eingeschränkt passend. Eine Beziehung ist kein Abschluss, den eine einzelne Person durch die richtige Strategie herbeiführen kann.
Stattdessen geht es um eine gemeinsame Entscheidung: Möchten beide ein weiteres Treffen, eine unverbindliche Verbindung, Exklusivität oder eine Partnerschaft? Solche Vorstellungen dürfen sich im Laufe des Kennenlernens verändern. Entscheidend ist, Änderungen offen anzusprechen und die Entscheidung der anderen Person zu respektieren.
Wofür kann das Modell hilfreich sein?
Als grobe Denkstütze kann ein Dating-Funnel helfen, verschiedene Stationen des Kennenlernens auseinanderzuhalten. So lässt sich beispielsweise erkennen, ob Kontakte regelmäßig in langen Chats stecken bleiben, obwohl eigentlich ein persönliches Treffen gewünscht ist.
- Eigene Absichten klären: Was suchst du derzeit und was möchtest du noch offenlassen?
- Tempo bewusst wählen: Möchtest du länger schreiben oder zeitnah telefonieren beziehungsweise ein Treffen vorschlagen?
- Gegenseitigkeit beachten: Kommen Fragen, Initiative und Interesse von beiden Seiten?
- Grenzen erkennen: Welche Verhaltensweisen oder Unterschiede möchtest du nicht übergehen?
- Entscheidungen ansprechen: Statt Annahmen zu treffen, kannst du nachfragen, wie die andere Person den Kontakt erlebt.
Wo liegen die Grenzen des Dating-Funnels?
Kennenlernen verläuft selten geradlinig. Menschen können einen Kontakt pausieren, ihre Meinung ändern oder nach einem Treffen feststellen, dass sie mehr Zeit benötigen. Manche Beziehungen entstehen außerdem aus Freundschaften oder zufälligen Begegnungen und passen kaum in ein Trichtermodell.
Problematisch wird die Metapher, wenn Kontakte nur nach ihrer vermeintlichen „Erfolgsaussicht“ bewertet werden. Sie sollte weder dazu dienen, andere Menschen zu optimieren, noch Druck auf eine bestimmte Entscheidung auszuüben. Auch die Zahl der Kontakte sagt nichts Verlässliches über die Qualität eines Kennenlernens aus.
Fazit
Der Dating-Funnel ist eine informelle Metapher für mögliche Stationen zwischen dem ersten Wahrnehmen und einer gemeinsamen Entscheidung. Das Modell kann helfen, den eigenen Dating-Alltag zu sortieren. Es bietet aber weder eine Erfolgsgarantie noch einen verbindlichen Ablauf und ersetzt keine offene Kommunikation, gegenseitiges Einverständnis oder den respektvollen Umgang mit einem Nein.
Olav Brunssen – Dating-Experte
Olav Brunssen beschäftigt sich seit mehr als zwei Jahrzehnten beruflich
mit Partnersuche, Online-Dating und persönlichen Begegnungen. Der
Unternehmer und Publisher aus Oldenburg ist Gründer und geistiger Vater
von Fischkopf.com. Mit weiteren Dating-Projekten, mehr als 300
Single-Veranstaltungen und eigenen Konzepten für das Kennenlernen
verbindet er Erfahrung aus dem Betrieb von Singlebörsen mit der
Organisation persönlicher Begegnungen.
Als Herausgeber und Autor von Partnervermittlungsingleboerse.de schreibt
er über Dating-Plattformen, regionale Partnersuche und die Fragen, die
Singles zwischen der ersten Nachricht und einem persönlichen Treffen
beschäftigen. Sein fachlicher Hintergrund liegt in der Entwicklung und
im Betrieb von Dating-Angeboten sowie in der praktischen Arbeit mit
Single-Veranstaltungen.
Fischkopf.com: eigene Idee und Gründung
In den frühen 2000er-Jahren gründete Olav Brunssen die norddeutsche
Singlebörse Fischkopf.com. Die Idee, die konzeptionelle Ausrichtung und
die Gründungsinitiative gingen von ihm aus.
Olav Brunssen beschäftigte sich damit bereits mit regionalem
Online-Dating, als die Partnersuche im Internet noch deutlich anders
funktionierte als im heutigen Alltag mit Smartphone-Apps. Im Mittelpunkt
stand die Möglichkeit, Menschen aus derselben Region miteinander in
Kontakt zu bringen und aus einer digitalen Bekanntschaft ein
persönliches Kennenlernen entstehen zu lassen.
Bis 2008 war Olav Brunssen für das Projekt tätig. Seine Arbeit an
Fischkopf bildet einen wesentlichen Ausgangspunkt seiner späteren
Tätigkeit im Dating-Markt.
Mehr als 300 Single-Veranstaltungen und eigene Kennenlernkonzepte
Die Verbindung von Online-Kontakten und persönlichen Begegnungen gehörte
von Anfang an zu seinem Verständnis von Partnersuche. Neben der
Entwicklung von Fischkopf.com konzipierte Olav Brunssen die
Veranstaltungsreihe „Fischkopf sucht Greta“.
Insgesamt organisierte und realisierte er mehr als 300 Single-Events in
Norddeutschland. Dazu gehörten Veranstaltungen für Fischkopf sowie
Singlepartys in Diskotheken. Außerdem entwickelte er
Express-Dating-Formate und Single-Konzepte für Diskotheken.
Dabei ging es um eine praktische Aufgabe: Menschen einen Anlass zu geben,
miteinander ins Gespräch zu kommen. Eine Veranstaltung muss dafür mehr
bieten als Musik und einen gemeinsamen Raum. Entscheidend sind auch der
Ablauf, die Atmosphäre und Möglichkeiten zur Kontaktaufnahme, die zu den
Gästen passen.
Diese Erfahrung ergänzt seinen Blick auf digitale Partnersuche. Er kennt
sowohl die Möglichkeiten einer Online-Plattform als auch die
organisatorischen Bedingungen, unter denen persönliche Begegnungen
stattfinden.
Weitere Dating-Projekte und regionale Partnersuche
Zu den weiteren Dating-Projekten von Olav Brunssen gehören Verliebt im
Norden, Prinz sucht Prinzessin und Prinz sucht Funkenmariechen.
Ein wiederkehrender Schwerpunkt seiner Arbeit ist die regionale
Partnersuche. Denn ein interessanter Austausch im Internet ist nur ein
Teil des Kennenlernens. Auch Entfernung, verfügbare Zeit und die
Möglichkeit, sich im Alltag zu treffen, spielen eine Rolle.
Seine Tätigkeit als Betreiber eröffnet ihm zugleich eine Perspektive auf
Fragen hinter der sichtbaren Oberfläche einer Singlebörse: Welche
Zielgruppe spricht ein Angebot an? Wie finden Mitglieder zueinander?
Welche Möglichkeiten zur Kommunikation gibt es? Und wie lässt sich eine
Community so gestalten, dass aus einer Anmeldung tatsächlicher Austausch
werden kann?
Seine Themen auf Partnervermittlungsingleboerse.de
Auf Partnervermittlungsingleboerse.de bringt Olav Brunssen seine
Branchenerfahrung in Anbieterporträts, Hintergrundbeiträge und Ratgeber
ein. Zu seinen Schwerpunkten gehören:
- Singlebörsen und Dating-Apps:
Zielgruppen, Funktionen, Kostenmodelle und Unterschiede zwischen den
Angeboten. - Regionale Partnersuche:
Chancen und Grenzen von Dating-Plattformen mit örtlichem oder
regionalem Schwerpunkt. - Profilgestaltung und Kontaktaufnahme:
eine verständliche Selbstdarstellung, persönliche Nachrichten und
realistische Erwartungen. - Vom Chat zum Treffen:
Kommunikation, gegenseitiges Interesse und die Vorbereitung
persönlicher Begegnungen. - Single-Veranstaltungen:
unterschiedliche Veranstaltungsformate und Möglichkeiten, Menschen
außerhalb von Apps kennenzulernen. - Entwicklungen im Dating-Markt:
Geschäftsmodelle, Veränderungen der Angebote und deren Bedeutung für
Nutzerinnen und Nutzer.
Dabei betrachtet er Dating sowohl aus Sicht der Menschen, die einen
Kontakt suchen, als auch aus der Perspektive eines Plattformbetreibers
und Veranstalters.
Wofür seine Expertise steht
Olav Brunssens Expertise beruht auf langjähriger unternehmerischer und
praktischer Arbeit im Dating-Bereich. Dazu zählen die Gründung einer
Singlebörse, die Entwicklung weiterer Dating-Angebote und die Konzeption
und Durchführung zahlreicher Single-Veranstaltungen.
Für seine Beiträge ist diese Erfahrung ein Ausgangspunkt, der durch die
Recherche zum jeweiligen Thema ergänzt wird. Persönliche Einschätzungen,
öffentlich zugängliche Anbieterinformationen und dokumentierte
Erkenntnisse haben dabei unterschiedliche Aussagekraft.
Sein Anspruch ist, diese Unterschiede nachvollziehbar zu machen und
Leserinnen und Lesern eine verständliche Orientierung zu geben. Eine
Plattform kann Kontaktmöglichkeiten schaffen. Ob zwei Menschen
zueinanderpassen und eine Beziehung entsteht, lässt sich daraus nicht
vorhersagen.
Transparenz zu eigenen Projekten
Olav Brunssen ist Herausgeber von Partnervermittlungsingleboerse.de und
selbst im Dating-Markt tätig. Zu seinen Projekten gehören Verliebt im
Norden, Prinz sucht Prinzessin und Prinz sucht Funkenmariechen.
Fischkopf.com hat er gegründet; seine Tätigkeit für das Projekt endete
2008.
Diese Verbindungen gehören zu seinem fachlichen Hintergrund und sind
zugleich bei der Einordnung von Beiträgen über die betreffenden Angebote
relevant.

